Vita.

Thomas Rohloff
1961 wurde Thomas Rohloff in Berlin geboren. Schon als Schüler spielte er regelmäßig in der Öffentlichkeit Puppentheater woraufhin er 1977 mit dem Fritz-Wortelmann-Preis der Stadt Bochum ausgezeichnet wurde. Seit 25 Jahren  arbeitet er professionell als Puppenspieler und Performer für Bühne, Film und Fernsehen. Den Schwerpunkt legt er auf Figurentheater-Inszenierungen und visuelles Theater. Seit 2009 betreibt er den Gemeindesaal Berlin-Moabit als eigene feste Spiel- und Produktionsstätte, die er aufwändig ohne öffentliche Förderung ausgebaut und eingerichtet hat. Neben zahlreichen Inszenierungen für Kinder und Erwachsene ist er auch für das ZDF-Kinderfernsehen und den KiKa tätig. So spielt er seit über 20 Jahren den „Koffer“ in der ZDF-Serie Siebenstein. Er beherrscht fast alle Spieltechniken des Figurentheaters, die er auch kreativ weiterentwickelte. Er war der Erste in Deutschland, der mit sogenannten „Animatronics“ ( funkgesteuerte und mit Servomotoren bewegte Figuren) arbeitete. Mit „Endstation Schließfach“, einer Inszenierung mit 22 Schließfächern, gab er Ende der 80er Jahre wichtige Impulse für das Objekt- und Materialtheater, das zu dieser Zeit in Deutschland noch weitgehend unbekannt war. Diese Inszenierung wurde von der Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten gefördert. Neben Aufführungen in der damaligen eigenen Spielstätte im Kulturhaus Spandau, war er mit dieser Inszenierung auf fast allen Figurentheaterfestivals in Deutschland zu sehen. Von 1992-1994 moderierte er mit der Figur „Ferdinand Friedmann“ die Magazinsendung Boulevard Deutschland auf DW-TV, die live aus Berlin werktäglich weltweit ausgestrahlt wurde. Auch für Spielfilm- und Kinoproduktionen ist er vielfach als Puppenspieler und Spezialanimator tätig. In den letzten Jahren hat er die Erfahrungen aus den Fernseh- und Filmarbeiten in die Theaterarbeit einfließen lassen. So entwickelte sich schließlich der Puppenspieler zum Pixelspieler. Dabei geht es nicht nur um den bloßen Einsatz von Videotechnik, sondern auch um deren performative interaktive Einbindung. Die Kreation virtueller Figuren und Welten fasziniert ihn , was ihn dadurch zu neuen Darstellungsformen im visuellen Theater führt. 2010 liefen diese Techniken  in seiner letzten Inszenierung „First Man on Mars“ zusammen, die er mit eigenen Mitteln produzierte.

Neben seiner Theaterarbeit war er über viele Jahre ehrenamtlich in der kulturpolitischen Arbeit tätig. Für den Verband Deutscher Puppentheater baute er die Internetpräsenz mit einer großen Inszenierungsdatenbank auf und betreute über viele Jahre als Redakteur das Fachmagazin „Puppenspiel-Aktuell“ (heute „Puppen,Menschen und Objekte“). Er organisierte im Kulturhaus Spandau, welches er aktiv mit aufgebaut hat, Festivals und Gastspiele, um so die Vielfalt des Figurentheaters in Berlin zu präsentieren. Sein Interesse für TV-Puppen führte zur ersten Ausstellung von Filmpuppen in Berlin, die später vom Münchener Stadtmuseum übernommen wurde. Im Arbeitskreis Berliner Puppentheater erstellte er mit den Mitgliedern über Jahre hinweg ein gemeinsames Spielplanplakat.